„Männer haben Muskeln, Männer sind furchtbar stark, Männer können alles, Männer kriegen `nen Herzinfarkt …“ (Männer, Herbert Grönemeyer)

Der letztjährige „Wiener Männergesundheitsbericht“ belegte schwarz auf weiß all das, was wir Männer mit Erfolg solange verdrängen konnten: Männer erkranken öfter, haben mehr Unfälle und sterben rund sieben Jahre früher als das sogenannte schwache Geschlecht.

Vor allem sind es Herz-Kreislauferkrankungen, an denen ca. 50% aller Männer früher oder später sterben. Und zwar genau dann, wenn das Leben wieder beginnt Spaß zu machen … nämlich ab 40.

Im Gegensatz zu einem (durch die Menopause bedingten) hormonellen Herzschutz bei Frauen, bleibt uns Männern nur unser ureigenes Gesundheitsbewusstsein … und genau das ist laut Bericht unsere größte Schwachstelle.

Wir Männer rauchen häufiger, sind übergewichtiger und leiden öfter unter Bluthochdruck als Frauen. Als Draufgabe sterben wir auch noch häufiger an Krebs (bevorzugt Lungen-, Darm- und Prostatakrebs).

Bis zum 35. Lebensjahr besteht das größte Risiko zu Tode zu kommen allerdings bei Unfällen. Das berühmte Zitat „Gefahr ist mein Geschäft“ (Batman) scheint auf uns Männer tatsächlich zuzutreffen.

Wir bringen unser Auto jährlich zur Überprüfung, sind mit unserem Körper jedoch nachlässig. Erst wenn es ziemlich weh tut, steht der Gang zum Arzt auf dem Programm. Im Jahr 2012 nahmen in Österreich ca. 350.000 Männer die Gesundenuntersuchung in Anspruch – aber 500.000 Frauen.

Also Männer jeden Alters: Jährlich zu Vorsorgeuntersuchung, ab 40 gehört hier auch die Prostatauntersuchung dazu. Ab 45 einmal im Jahr zum Urologen (Stichwort Androcheck).

Und der beste Tipp: Regelmäßiger Sex (min. 1-2x pro Woche) stärkt das Immunsystem, wirkt blutdrucksenkend und reduziert (über das Küssen) Allergien und Hautausschläge.

Und dann gibt es da noch unsere Psyche …

Und auch wenn es Sie überrascht … wir Männer haben eine Seele, die erkranken kann. Aber nach wie vor passen Mann und Depression in den Vorstellungen vieler Pseudo-Machos und harter Kämpfer nicht zusammen.

Inzwischen ist jedoch eindeutig erwiesen, dass Männer genauso häufig unter Depressionen leiden wie Frauen … nur eben anders.

Die deutlichsten Symptome:

  • Männer, die als eher ruhig gelten werden plötzlich wegen jeder Kleinigkeit extrem wütend.
  • Müdigkeit, Konzentrationsschwäche und Lustlosigkeit.
  • Verstärkte körperliche Beschwerden wie Kopf- und Rückenschmerzen.
  • Alkoholprobleme, da Alkohol als „Therapeut“ des Mannes gilt.
  • Die Libido leidet (Erektionsprobleme, Lustlosigkeit).
  • Inkontinenz kann auftreten.

Die zweithäufigste, externe Todesursache (nach den Unfallfolgen) ist bei Männern übrigens Selbstmord … doppelt so häufig als bei Frauen.

Wenn man noch die Dunkelziffer aus den „Unfällen“ mit Todesfolge dazurechnet, welche auch als getarnte Selbstmorde bezeichnet werden können, spricht dies weniger für den vermeintlich ausgeglichenen psychischen Zustand der Männer.

Männer geben zwar überwiegend an, seelisch ausgeglichen zu sein (nur ca. 3% unausgeglichen), aber andererseits werden von einer großen Anzahl (ca. 70%) von Männern vor allem mittleren Alters mehr Informationen zu seelischer Gesundheit gefordert. Da kann doch etwas nicht ganz stimmen …

Sollen Männer immer hart, leistungsfähig und stark sein? Männer, die anderen (Männern) davon erzählen, dass es ihnen nicht gut geht, sind leider selten. Dabei wäre genau das Gespräch mit anderen Männern ein lebenswichtiges Ventil für seelische (und damit auch körperliche) Gesundheit.

Tipp: Schließt euch einem „Stamm“, also einer Männergruppe an. Eine Möglichkeit dazu findet ihr bei der Initiative EinfachMann.