Das Leben scheint für viele Männer die Hölle zu sein, weil sie nicht das tun können, was sie wirklich tun wollen. Es ist notwendig Barrieren zu durchbrechen und Ängste zu überwinden, um als Mann völlig präsent zu sein und die Fähigkeit zu entwickeln Liebe ohne Ressentiments zu geben.

Frauen besitzen eine natürliche Empfindung dafür, was Liebe bedeutet. Sie spüren die innere Kraft der Liebe in sich. Ständig sind sie auf der Suche nach Wegen diese Liebe auszudrücken und zu teilen. Natürlich gibt es Hindernisse auf diesem Weg. Das können Erfahrungen aus der Kindheit sein, die diesen Ausdruck der Liebe behindern oder viele alltägliche Dinge, die unsere Liebesfähigkeit zudecken. Trotzdem besitzen Frauen diese natürliche Fähigkeit des Gebens und des Empfangen.

Die meisten Männer sind in einer anderen Situation. Der Großteil der Männer besitzt diesen natürlichen Zugang zu Liebe nicht. Das innere Wissen eines Mannes betrifft in den meisten Fällen nicht die Liebe, sondern seinen Lebenssinn, seine Mission.

Und auch dieses innere Wissen ist verschüttet und wird von Dingen überdeckt, die in den meisten Fällen mit Angst zu tun haben.

Die Reise eines Mannes auf der Entdeckung seiner Mission hat immer mit den Dingen zu tun, die zu tun er sich fürchtet.

Viele Männer überspielen diese Suche nach ihrer Lebensaufgabe mit äußeren Aktivitäten, die häufig mit „Grenzerfahrungen“ zu tun haben. Das können sportliche Aktivitäten wie Paragleiten, Feuerlaufen, Kampfkünste, Bungee-Jumping usw. sein, genauso wie das Stürzen in Arbeit oder auch Suchtverhalten in Form der Lieblingsdroge des Mannes, nämlich Alkohol.

Die direkte Konfrontation mit Ängsten spielt dabei ein große Rolle. Auch in den männlichen Formen von Spiritualität ist diese Suche nach Grenzerfahrungen deutlich zu erkennen: Fasten für 30 Tage, einen Monat lang schweigen, Einnahme psychodelischer Drogen in scharmanistischen Ritualen usw.

Die männliche Suche hat immer mit einer Konfrontation oder dem Kampf mit inneren Dämonen zu tun.

Auch ein Mann muss seinem Herzen folgen um seine Mission zu finden. Männer müssen sich ihren Ängsten stellen und lernen mit ihnen umzugehen, indem sie genau das tun, was ihnen Angst macht.

Der Weg dorthin hat allerdings weniger mit Entspannung ins eigene Selbst zu tun, wie es im Allgemeinen bei Frauen der Fall ist. Natürlich geht es letztendlich auch bei Männern darum das eigene Selbst zu erfahren, aber die Voraussetzung dafür ist der Weg über die Lebensaufgabe, die Mission. Einen anderen Weg für Männer gibt es nicht.

Für Männer bedeutet Wachstum immer einen inneren Kampf auszufechten. Einen Kampf mit allen Elementen, die einen Mann davon abhalten frei zu sein.

Erst wenn Männer sich auf diesen inneren Kampf einlassen und darin fortschreiten, können Sie das Leben mit einer Frau wirklich genießen und die Fähigkeit erlangen echte Liebe zu erfahren und zu teilen.

Erst dann können sie sich in ihr wahres Selbst entspannen, weil sie in diesem inneren Kampf gelernt haben mit ihrem Schwert des Willens das Nutzlose abzutrennen und ihre „Konflikt-Dämonen“ zu besiegen.

Gerade in der Midlifecrisis beeinflusst dieser innere Kampf das Leben vieler Männer. Sehr häufig sind Scheidungen und der Wunsch etwas völlig Neues zu beginnen die Folgen.

Leider gibt es in unserer Gesellschaft keine vorgegebene Struktur, die es Männern ermöglichen würde für einige Monate auszusteigen und sich ausschließlich dem inneren Weg widmen zu können. Diese Struktur war in alten Traditionen in Form der sogenannten Visionssuche gegeben.

Solange Männer sich nicht mit anderen Männern zusammentun, sich austauschen und sich nicht in Männergruppen gemeinsam auf den Weg begeben, solange werden sie leiden und sich in ihrem eigenen Leben gefangen fühlen.

Hölle bedeutet in den eigenen Ängsten gefangen zu sein und von den Dämonen des Versagens gequält zu werden.

Männer müssen kämpfen um dieser „Hölle“ zu entfliehen. Dazu brauchen sie in erster Linie Beistand von anderen Männern. Erst wenn sie sich auf diesen Weg gemacht haben, können Sie auch die Fähigkeit entwickeln sich der Liebe und der Hingabe zu öffnen.

Wenn ein Mann nicht auf dem Weg seiner Mission ist, ist sein Leben „verwaschen” und unbestimmt. Mit der Zeit verliert eine Frau die Fähigkeit so einem Mann zu vertrauen und sie beginnt damit ihre eigene, männliche Energie zu verwenden um den Alltag einigermaßen im Gleichgewicht zu halten. Auf Dauer verliert sich die Frau dabei selbst, da sie die eigene Weiblichkeit und ihre femininen Stärken vernachlässigt.

Die eigene Mission zu leben, liegt in der Verantwortung des Mannes. Eine Frau kann ihn natürlich dabei unterstützen aber die letztendliche Entscheidung liegt bei ihm.

Der beste Weg dazu ist es, die eigenen Gefühle mitzuteilen.

Wenn du einen Mann an deiner Seite hast, der seiner Mission nicht folgt, der seine Zeit vergeudet und „Dinge nicht auf die Reihe bekommt”, ist die erste, weibliche Reaktion sehr oft ihm zu sagen, er solle endlich seinen Arsch bewegen.

Aber damit konfrontierst du ihn mit männlicher Energie und in den meisten Fällen wird er sich davor schützen und sich verteidigen.

Versuche als Frau herauszufinden welche Angst hinter deinen Vorwürfen steckt. Vielleicht ist es ein Gefühl der Unsicherheit, ein Gefühl des Nicht-Geliebt-Werdens oder auch der Angst. Sag deinem Partner das.

Sag ihm nicht was er tun soll, sag ihm wie du dich fühlst.

Ihm zu sagen, was er tun soll, wäre ein Ausdruck von männlicher Energie. Davon hat er schon genug. Dein Geschenk als Frau ist das Feminine, deine Sensibilität und deine Liebe. Ob er diese Geschenke annimmt liegt natürlich bei ihm. Einen Mann ändern zu wollen wird auf Dauer nicht funktionieren. Ändern muss er sich selbst.

Du kannst ihn mit all deinen weiblichen Stärken unterstützen. Wenn er diese Unterstützung nicht annehmen will und auch sonst keine Anstalten macht in seine Verantwortung zu kommen, gibt’s für dich als Frau keinen Grund in einer Opferrolle zu bleiben und selbst die „Hölle“ zu durchleben.