
Die sieben „Schritte“ hin zu einer neuen Männlichkeit sind klar und exakt.
Sie sind nicht immer einfach und rasch umzusetzen, aber sie bieten immerhin ein Gerüst, an das wir uns halten können, anstatt einfach auf gut Glück einsam vor uns hinzuwursteln.
Hier jetzt die 7 Schritte:
1. Mit unserem Vater ins Reine kommen
Wir müssen herausfinden, wie wir uns nicht nur mit unserer Sexualität wohl fühlen, sondern wie wir uns durch den Eros verwandeln und erfüllen lassen können. Sexualität ist entweder ein eher schäbiger, zwanghafter Bestandteil unseres Lebens oder aber ein heiliger und mächtiger Quell des Wohlbefindens. Dazwischen gibt es nichts.
Zunächst müssen wir der sexuellen Energie in uns selbst einen neuen Platz geben, anstatt sie lediglich an Frauen „abzugeben“. Danach müssen wir die Kunst der Jagd erlernen — das heißt, die spezielle Rolle, die dem Mann im Tanz der Geschlechter zukommt.
Jeder kann eine Partnerin finden — die Kunst besteht darin, sie auch zu behalten. Um dies zu erreichen, müssen unsere Partnerin — ja die Frauen überhaupt — wie zwar andersartige, aber ebenbürtige Wesen behandeln. Das bedeutet, dass wir unsere Frau respektieren, es aber auch nicht an Selbstachtung fehlen lassen. Wenn wir es zu einer guten, dauerhaften Beziehung bringen wollen, müssen wir lernen, zuweilen auch heftige Diskussionen zu führen — und dabei so konzentriert und bedächtig zu Wege zu gehen, dass für unsere gemeinsamen Probleme auch wirklich eine Lösung herauskommt.
Den „Softies“ laufen die Frauen genauso davon wie den rücksichtslosen Kerlen, von denen sie Sich nicht länger schikanieren lassen wollen. Deshalb muss der heutige Mann erst einmal lernen, wirklich zu kommunizieren. Das heißt, seine eigenen Gefühle mitzuteilen und gleichzeitig auf die seiner Partnerin einzugehen. Das ist nicht immer einfach für uns Männer.
Wir können nicht Vater sein, während wir Zeitung lesen, und wir können auch nicht die ganze Erziehung unserer Partnerin überlassen — weil eine Frau einem Kind nicht alle für dessen Entwicklung wichtigen Erfahrungen vermitteln kann. Weiterhin müssen wir unseren Kindern gegenüber die richtige Balance zwischen „Härte“ und Zärtlichkeit finden.
5. Lernen wir echte Männerfreundschaften zu begründen
Ein Mann zu sein übersteigt manchmal die Kräfte selbst des Stärksten. Deshalb sind wir auf emotionale Unterstützung anderer Männer angewiesen. Andere Männer können uns auch helfen, unsere Initiation als Mann abzuschließen. Ferner können sie bei unseren halbwüchsigen Söhnen und Töchtern jene Lücken schließen, die wir nicht ausfüllen können.
Außerdem vermittelt das Gefühl, männliche Freunde zu haben, Kraft. Sie erinnern einen daran, wie wichtig es manchmal ist, fünfe gerade sein zu lassen. Und sie lassen keine Gelegenheit aus, einen recht unsanft auf den Boden der Tatsachen zurückzuholen.
Es reicht nicht aus, mit der Arbeit nur den Lebensunterhalt zu verdienen. Die wirkliche Aufgabe eines Mannes besteht darin, das Leben zu nähren und zu beschützen und an der Schaffung einer besseren Welt mitzuwirken. Wenn wir nicht an die eigene Arbeit glauben, wird dieser Widerspruch uns langsam, aber sicher umbringen. Da die meisten Jobs von Firmen angeboten werden, deren Ziele nicht die unseren sind, ist das wahrlich eine Herausforderung!
Der Männergott lebt nicht in Einfamilienhaussiedlungen oder Bürotürmen. Innere Stabilität beruht nicht auf beruflichem Erfolg oder Besitztümern. Unser Innenleben braucht eine spezifisch maskuline, in der Natur gründende Spiritualität, die uns in Verbindung zu der Erde setzt, auf der wir leben. Wenn wir älter werden, können wir darin eine Quelle der Kraft und Harmonie finden — und wir können uns dadurch von Furcht und Abhängigkeit befreien.
Das also sind die sieben Schritte zur Männlichkeit.
Vielleicht habt ihr manche Punkte bereits umgesetzt, bemüht euch derzeit um die Verwirklichung anderer und habt das Gefühl, wieder andere seien schlicht illusorisch. Einige dieser Punkte mögen euch vor ein Rätsel stellen oder überraschen, andere lassen vielleicht etwas in euch anklingen. Womöglich schwirren euch zahlreiche Fragen durch den Kopf. Falls ja, dann ist das nur gut so. Dieses Webprojekt ist der Erforschung solcher Fragen und der Darlegung ihrer praktischen Folgen gewidmet. Sämtliche oben umrissenen Schritte sind unverzichtbar für den, der zu seiner vollen Männlichkeit gelangen möchte.
Machen wir uns auf den Weg!
Quelle: Steve Biddulph, Männer auf der Suche